Einer für alle, alle für einen

Mehrgewinn ist von allen BAG-Mitgliedern zu versteuern

 

Ganz nach der Redewendung mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen kann es auch Gesellschaftern
einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) nach einer Betriebsprüfung ergehen.

Kommt der Betriebsprüfer zum Ergebnis, dass beispielsweise unangemessene Repräsentationsaufwendungen oder gar eher privat veranlasste Kosten als Betriebsausgaben verbucht wurden, ermittelt er einen Mehrgewinn. Diesen weist er grundsätzlich allen Gesellschaftern anteilig nach dem vertraglich vereinbarten Gewinnverteilungsschlüssel zu. Dadurch erhöht sich die steuerliche Belastung für jeden Gesellschafter. Ob die Kosten von allen Gesellschaftern verursacht wurden oder nur ein Gesellschafter davon profitierte, spielt in der Regel keine Rolle.

Beispiel:

An einer orthopädischen BAG sind die Ärzte A und B zu jeweils 30 % und C zu 40 % beteiligt. Der Gesellschaftsvertrag sieht eine Gewinnverteilung entsprechend der gesellschaftsrechtlichen Anteile vor. Im Rahmen einer Betriebsprüfung wird ein Mehrgewinn in Höhe von 30.000 € ermittelt. Dieser resultiert aus unüblichen Repräsentationsaufwendungen des C, die von der BAG als Betriebsausgaben abgezogen wurden.

Der Mehrgewinn wird A und B zu jeweils 30 % zugerechnet, C zu 40 %. Damit erhöhen sich die Einkünfte von A und B um je 9.000 € und von C um 12.000 €. Bei einem Steuersatz von 42 % erhöht sich die Einkommensteuer inkl. Solidaritätszuschlag von A und B um jeweils fast 4.000 € und von C um über 5.300 €.


Mehrergebnisse aus Betriebsprüfungen werden allen Gesellschaftern aber nur dann nach dem allgemeinen Gewinnverteilungsschlüssel zugerechnet, wenn auch die Kosten von der Gesellschaft getragen wurden. Hat der Gesellschafter die Kosten hingegen selbst getragen und über sein sogenanntes Sonderbetriebsvermögen abgerechnet, ist das Mehrergebnis in der Regel auch nur ihm zuzurechnen. Auch können gesellschaftsvertragliche Abreden helfen, um Mehrgewinne verursachungsgerecht auf die Gesellschafter zu verteilen.

(Stand: 02.05.2017)

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